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Nach unserer Podiumsdiskussion mit Beteiligten des Einzelhandels, hat sich die Unabhängige Liste im Rahmen der Haushaltsberatungen für die Einstellung von 5000,00 € im Investitionsplan eingesetzt. Von diesem Geld soll für Neuzugezogene ein Flyer erstellt werden, der die Gemeinde, insbesondere Handwerk, Einzelhandel, Ärzte, Physiotherapeuten und andere Einrichtung kurz, übersichtlich und werbefrei präsentiert. Die Gemeindeverwaltung hat diesen Vorschlag aufgegriffen und in nächster Zeit soll gemeinsam mit dem HGV – Handels- und Gewerbeverein alles in die Tat umgesetzt werden. Einzelhandel im Gespräch - Visionen, Ideen, Perspektiven Vortrag Mittwoch, den 24.11.2004 Podiumsdiskussion mit Herrn Salomo - Vorsitzender Handels- und Gewerbeverein Ostrach Herr Strobel - Gewerbetreibender Einhart, stellvertretender Vorsitzender HGV Herr Eberhardt - Filialleiter des EDEKA-Lebensmittelmarktes Ostrach Herr Spöcker - Initiator der Internetumfrage Moderation: Sabine Essl - Gemeinderätin Unabhängige Liste Ostrach
Sabine Essl begrüßte die Bürger der Gemeinde Ostrach, die Gäste am Podium und die Presse – für die Schwäbische Zeitung und den Südkurier Herr Unger, für die Schwäbische Zeitung Herr Multer. Bei Herrn Stecher bedankte sie sich für die Möglichkeit den Sitzungssaal der Volksbank nutzen zu können. Als einleitende Worte zitierte sie ausschnittsweise nachstehende Zeitungsberichte: „Die Gemeinde“ Fachzeitschrift des Gemeindetag Baden-Württemberg Bericht vom Deutschen Städte- und Gemeindebund Oktober 2004 Die Rettung der Innenstädte und Ortskerne geht alle an „Angesichts des fortschreitenden Leerstands und der Verödung der Innenstädte und Ortskerne fordert der deutsche Städte- und Gemeindebund von den politisch Verantwortlichen in Bund und den Ländern sowie auch von der Privatwirtschaft und dem Handel gemeinsam mit den Kommunen koordinierte Maßnahmen. Stadt und Ortskerne sind seit langem einem Gegenwind ausgesetzt, der kontinuierlich ihr Fundament brüchig macht und Schritt für Schritt zum Absterben führt. Die Zentren in unseren Gemeinden und die dort vorhandenen Mischung von Handel, Arbeiten, Wohnen, sowie Kultur und Freizeit sind aber unverzichtbare Basis unserer gesellschaftlichen und politischen Kultur“ so ausschnittsweise der Vorsitzende des Ausschusses für Städtebau und Umwelt des DstGB. Im Staatsanzeiger 02.11.2004 Ausverkauf der Einkaufsmeile „Seit Beginn der neunziger Jahre ist der Anteil des Einzelhandelsumsatzes am privaten Konsum von 42% auf unter 30% gefallen. In nahezu allen Städten stehen Läden leer – und das nicht nur in Randlagen, sondern immer häufiger auch an Topstandorten." Was hat die Gemeinde Ostrach getan, um den Einzelhandel zu stärken? 2002 wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben, das die Branchen- und Standortbezogenen Entwicklungsmöglichkeiten für Einzelhandel und Ladenhandwerk aufzeigen sollte. Untersucht wurde die Einwohnerzahlentwicklung, die Kaufkraft – auch die einströmende Kaufkraft aus der Umgebung und der Bestand der Geschäfte. Anhand dieser Zahlen wurden Prognosen und Empfehlungen ausgesprochen. Im Vorfeld war man im Gemeinderat davon ausgegangen, gesetzlich keine Steuerungsmöglichkeiten zu haben. Das Gutachten zeigte aber auf, dass „öffentliche Planungsträger vom Gesetzgeber verpflichtet sind, einer unkontrollierten Entwicklung von Handelsstandorten ... bauleitplanerisch entgegen zu wirken“ Der Gemeinderat hat dann am 29.07.2002 die Grenzen für Einzelhandelsbebauung festgelegt und sich seither auch bei Entscheidungen daran gehalten. Das Gutachten liegt aus und kann gerne jederzeit genauer eingesehen werden. Im Anschluss übernahmen die Gäste auf dem Podium das Wort: Es war besprochen, dass jeder 10 Minuten Zeit erhält, um etwas von seinen Ideen - Visionen zu äußern um danach mit den Zuhörern ins Gespräch einzusteigen: Herr Georg Salomo Vorsitzender Handel- und Gewerbeverein Ostrach eröffnete die Runde. Er sieht als Aufgabe des HGV die Fragestellung „Warum fehlt´s - nicht was fehlt! Warum ist es so schwer für den Einzelhandel? Dienstleistung ist das Schlagwort für die Zukunft. Er sieht die Fachberatung als wichtigste Kompetenz der kleinen Geschäfte - nicht billig, sondern Qualität und Zeit für Kunden. Im Moment sind die Umstände sehr schwer und der Handel kämpft mit einem gesellschaftlichen Problem. Das erfordert ein hohes Engagement jedes Einzelnen und Durchhaltevermögen. Am erfolgreichsten sieht er Inhaber geführte Geschäfte in eigenen Räumen. Am Beispiel Stuttgart Schließung von „Sport Endress“ schildert er das Kundenverhalten: der Kunde geht zur Beratung in Fachgeschäfte und kauft dann in „Billigketten“. Als weiteren Aspekt, der dem Käufer vermittelt werden muss, sieht er die Bereitstellung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen des örtlichen Handels. Im Detail ist er der Meinung ein Fahrradgeschäft hätte keine Chance, ein Baumarkt wiederum hätte Bestand. Er verweist auf das Potential, das in Ostrach bereits vorhanden ist – viele schöne Geschäfte entlang der Hauptstraße prägen das Ortsbild. Wichtig ist es ihm Ideen anderer anzuhören, Zum Schluss ein appelliert er an alle: Team hat mehr Wert denn je, Engagement und Fachausbildung sind die Grundlage. Die Situation ist nur gemeinsam zu schaffen, negatives Denken und Schuldzuweisungen sind dabei kein guter Berater. Er wünscht sich, dass man gemeinsam Eigenverantwortung übernimmt und nicht immer nur nach Staat oder Gemeinde ruft. Herr Klaus Strobel Gewerbetreibender aus Einhart, stellvertretender Vorsitzender HGV hätte lieber einen Vertreter des Einzelhandels an seiner Stelle gesehen. In seinem Bereich – Elektroartikel – schildert er die Problematik, dass große Anbieter mit fremdem Kapital Marketing betreiben. Damit kann der „Kleine“ nicht konkurrieren. Früher konnte man Waschmaschinen verkaufen, heute ist das eher ein Zufall, wenn es klappt. Auch er ist der Ansicht, ausgebildete Fachkräfte sind gefordert, aber Durchhaltevermögen muss da sein. Was er sich für Ostrach gewünschte hätte: Fachärzte zum Beispiel für Kinder. Dazu fehlen aber die zahlenmäßig erforderlichen Strukturen in Ostrach. Er ist sich sicher, dass dies zur Standortsicherung beigetragen hätte. Herr Karl Eberhardt Filialleiter des EDEKA-Lebensmittelmarktes Ostrach setzt seine ganze Energie in Ostrach. Obwohl er seinen Edeka-Markt als kleinen Magnet für Ostrach sieht, ist auch er nur zu 60% ausgelastet. Große Ketten haben fremdes Kapital, kleine müssen mit eigenem Geld haushalten. Frage: muss ich alles wie die Große machen. Als Lösung sieht er den persönlichen Einsatz, und das Engagement. Er sieht die Fragen die sich stellen nicht als Problem sondern als Aufgabe. Kurz geht er noch auf die Ladenöffnungszeiten ein. Er ist überzeugt davon, dass sich ab 01.01.2005 22.00 Uhr einbürgern wird. Für ihn stellt sich die Frage wie setze ich das um? Jede Stunde längere Öffnungszeit entspricht einem Bedarf an sechs Arbeitskräften – aber der Kunde denkt anders als der Selbstständige. Aufgabe der Selbstständigen ist es das Kundeninteresse zu erfragen und im tagtäglichen Spagat versuchen eine möglichst hohe Kundenbefriedigung zu erreichen. Ab 01.12.2004 wird er Samstags bis 18.00 Uhr öffnen. Er ist kein Mitglied im Handels- und Gewerbeverein, möchte aber die Kooperation. Herr Andreas Spöcker Initiator der Internetumfrage Die Motivation für seine Umfrage Ende August war die Schließung der Videothek in Ostrach. Parallel dazu kam er über seine Arbeit in Kontakt mit einem Selbstständigen aus Esslingen, der die Idee der Umfrage im Internet realisiert haben wollte. Das zeigt, dass es sich um ein strukturelles Problem handelt, das alle haben. Er hat dann die Internetumfrage gestartet und war über den Erfolg in Ostrach positiv überrascht. Er ist überzeugt davon, dass die Bürger miteinbezogen werden wollen und Ideen beitragen möchten. Seine Vision: Das Jammern aufhören. Von Erwachsenen werden an die Kinder eine negative Stimmung vermittelt. Wo bleibt Optimismus Dinge positiv darzustellen- positiv über Existenzgründung zu reden? Jeder wächst mit seinen Aufgaben. Ideen: Zum Beispiel: ein Wettbüro im „Laden Braun“ - eine verrückte Idee. Aber wenn man sie ernst nimmt und auf eine konkrete Geschäftseröffnung hinführt, hat sich die Idee zu etwas realisierbarem entwickelt. Wer nicht wagt zu spinnen, bleibt in alten Bahnen. Neue Werbung: Handel wirbt mit sündhaft teurer uneffektiver Werbung. Er sieht zum Beispiel Verkaufsevents, Kundenaktionen, Nutzung des Schaufenster als Werbefläche als Ansatzpunkt. Zum Schluss nimmt er noch kurz Bezug auf den Baumarkt: 12,8 % hat er im Umfrageergebnis erreicht. Als Fazit: Wenn mehrere spinnen, kann ein Netz entstehen. Er wünscht sich eine enge Zusammenarbeit der Ostracher Gewerbetreibenden. Wortmeldungen im Anschluss Ladenöffnungszeiten: Sehr kritisch wurde aus dem Publikum die verlängerte Ladenöffnungszeit beleuchtet. Es käme zu keiner Umsatzsteigerung, sondern nur zu einer Verlagerung. In der anschließenden Diskussion kam man zu dem Schluss, dass einem keine andere Wahl bleibt. Die großen Ketten sind lang geöffnet und der „Kleine“ verliert Kunden – Umsatzrückgang-, wenn seine Öffnungszeiten kürzer sind. Zur Zeit ist der EDEKA-Lebensmittelmarkt 70 Stunden in der Woche geöffnet. Verkaufsoffener Sonntag: Der Verlauf des verkaufsoffenen Sonntag dieses Jahr wurde als sehr positiv geschildert. Aus dem Publikum kam die Anregung dem Kunden im Blättle dafür mal „Danke“ zu sagen. „Alles Tun kostet Geld. Mit einer niedrigen Auslastung ist das nur schwer möglich“ – so Herr Salomo. Er schloss ein Lob an die politische Gemeinde an, die durch die Ausweisung der Einzelhandelsbebauung die Ansiedlung größer Märkte verhindern konnte. Am Beispiel Saulgau würde deutlich, wie Größere existierende Kleine zerstören. Banken: Über das neu eingeführte „Basel 2“ würden hohe Hindernisse aufgebaut. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass ein Umdenken erforderlich ist. Durch die frühzeitige Offenlegung der Geschäftsentwicklung könnten drohende Insolvenzen frühzeitig fachkundiger vonseiten der Banken begleitet werden. OstrachCard als Dank an die Kunden, Versuch die Kunden zu halten. Arbeits- und Ausbildungsplätze: Über den Kontakt mit dem Kunden muss vermehrt versucht werden, ein Umdenken einzuleiten. Wenn die Geschäfte nicht leben, gibt es auch keine Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Vorplatz Schuhhaus Zembrod Als Idee sieht Herr Spöcker die Möglichkeit im Rahmen eines verkaufsoffenen Sonntag ein Verkaufsevent mit Bühne, Musik und Programm den Platz zu beleben und ins Licht der Öffentlichkeit zu stellen. Man sollte dabei vorhandenes Potential nutzen. Werbung Als kritisch beurteilt wird die alljährliche Werbeaktion zu Weihnachten im Mitteilungsblatt. Der Wunsch wurde ausgesprochen Kunden ziel orientierter anzusprechen. Gemeinde Die Entwicklung eines Faltblatt von der Gemeinde mit einem Grußwort des Bürgermeisters für neu zugezogene Bürger. In dem Faltblatt sollen Einkaufsmöglichkeiten, ortsansässige Handwerker Dienstleistung ... aufgeführt sein. Ein Zuhörer schildert seine Erfahrungen mit einem Faltblatt aus Pfullendorf, das wohl meist im Papierkorb vor dem Rathaus landet. In der Diskussion wird herausgestellt, dass es auch auf die Attraktivität solch einer Broschüre ankommt. Öffentlichkeitsarbeit Im Verlauf der Diskussion stellt sich heraus, dass über die Aktivitäten und der Arbeit des Handels- und Gewerbeverein Ostrach bei der Bevölkerung großer Informationsbedarf besteht. Pressestimmen Südkurier Pfullendorf 27.11.2004 05:15 "Ostrach steht noch gut da" Aufschlussreiche Diskussion über Situation des Einzelhandels Das heiße Eisen "Einzelhandel" packte die Ostracher "Unabhängige Liste (UL)" im öffentlichen Forum an. Rund 30 Personen waren es, die im Sitzungssaal der Volksbank sich mit den Problemen des mittelständischen Handels und Handwerks befassten. Nur wurde etwas zu viel philosophiert und zu wenig auf die örtliche Situation eingegangen. Ansatzpunkte, die täglich sichtbar sind, hätte es schon gegeben. Ostrach (ugr) Die Rettung des Ortskerns gehe alle an, sagte Sabine Essl, die das Podiumsgespräch mit Diskussion eröffnete und als Moderatorin leitete. Nach ihrer Feststellung fehlt in Ostrach das eine oder andere Fachgeschäft; die Angebotspalette sei nicht mehr rundum geschlossen. Die Verödung habe bereits schon auf zentrale Orte, ja sogar Städte übergegriffen und beschäftigte dort, wie in Ostrach, wirtschaftliche und kommunale Gremien. Ein Gutachten, das die Gemeinde bereits 2002 in Auftrag gegeben habe, müsse unter Einbeziehung der Bürgerschaft vom betroffenen Einzelhandel diskutiert werden. Zur Erörterung der gegenwärtigen Situation hatten sich der Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins, Georg Salomo, Klaus Strobel als Vertreter des Handwerks, Kalle Eberhard als Sprecher eines Lebensmittelmarktes und Andreas Spöcker als Initiator einer Internetumfrage eingefunden. Georg Salomo setzte dem Schlagwort Billigeinkauf die Leitlinie Qualität und Fachberatung im Einzelhandel gegenüber und kam zu der Feststellung, wer billig kaufe, kaufe zweimal. Aus dem Umstand, dass der Abzug des Baumarktes der WLZ eine Wunde in die Infrastruktur der Gemeinde gerissen hat, machte Salomo kein Geheimnis. Im Übrigen stehe Ostrach noch gut da und es habe sich jüngst in Sachen Spezialisierung sogar einiges getan. Die eine oder andere Lücke lasse sich wieder schließen. Bevor Investitionen im Zusammenhang mit Neueröffnungen getätigt würden, müsse man sich ernsthaft fragen, ob die Kunden kleinere Geschäfte überhaupt noch wünschen. "Dreistöckige Glashäuser können wir uns in Ostrach nicht leisten." Kalle Eberhard forderte "Resignation in die Ecke der Fremdwörter" zu stellen. Persönliches Engagement und Management seien in der Lage, anspruchsvolle Kunden zu befriedigen. Allerdings - und er holte tief Luft - bedürfte das des Vertrauens der einkaufenden Menschen. Ähnlich wie Georg Salomo stellte Eberhard fest, dass der Ostracher Einzelhandel sich über die Gemeinde hinaus der Region gegenüber verpflichtet sehe. Fachberatung und Qualität sollten, so Klaus Strobel, nicht dem Billigeinkauf zum Opfer fallen: Die Internetumfrage habe deutlich gezeigt, was die Kunden von Ostrach erwarten, stellte Andreas Spöcker fest. Die Umfrage beweise aber auch, dass verantwortungsbewusste Menschen bereit sind, bei der Stabilisierung mitzumischen. Spöckers Devise heißt: "Vernetzung" um Geld zu sparen und die Werbeeffizienz zu steigern. Jammern sei der falsche Weg, und außerdem reagiere die junge Generation dem Ausdruck gegenüber sensibel. Visionen, Ideen und Perspektiven, die an diesem Abend vorgetragen und entwickelt wurden, hängt nun an der Erledigung der "Hausaufgaben", die sich wie ein roter Faden durch das Vokabular der Veranstaltung zogen. Das bedarf in erster Linie des Zusammenrückens der Betroffenen. Quelle Südkurier Schwäbische Zeitung Freitag 26.11.2004 von Rudi Multer Die Idee Handwerkermarkt fällt auf fruchtbaren Boden Ostrach - Die von der Unabhängigen Liste (UL) initiierte Podiumsdiskussion zur Zukunft des Einzelhandels in Ostrach hat es gezeigt: In schwieriger wirtschaftlicher Lage hat die von Andreas Spöcker verantwortete Internetumfrage bei Ostracher Einzelhändlern und Gewerbetreibenden einiges bewegt. Einer von ihnen will sogar den gewünschten Handwerkermarkt in Ostrach eröffnen. Dass es an guten Ideen in Ostrach nicht mangelt, zeigte sich während der Diskussion. Ein Schuhhaus in Ostrach serviert der Kundschaft Kaffe zur entspannten Auswahl der passenden Schuhe, mit ihrer OstrachCard "belohnen" die Ostracher Händler die Kundschaft für ihren Einkauf am Ort und Karl Eberhardt, Chef des Edeka-Marktes und Teilnehmer auf dem Podium, servierte nach der Diskussion frisch gepressten Orangensaft aus Bio-Orangen, der prima schmeckte und die für die Jahreszeit so notwendige Portion Vitamin C lieferte. Auch die mehrmals angesprochenen Pläne für einen Handwerkermarkt in Richtung Spöck ließen aufhören. Also: die Ideen sind da, allein es fehlt der Kunde -oder die entsprechende Masse an Kunden. Die Ostracher sollten einfach "spinnen": an Ideen, an Visionen und an ihrem Netzwerk. Das empfahl der durch seine Internetumfrage bekannt gewordene Andreas Spöcker. Warum keinen ermutigen, der ein Wettbüro in einem leer stehenden Modehaus eröffnen möchte? Warum keinen Ideen-Pool einrichten? Zur Vorsicht mahnt da HGV-Vorsitzender Georg Salomo. Ideen gebe es genügend, auch solche für neue Geschäfte, aber es komme darauf an, jemanden zu finden, der das finanzielle Risiko auf sich nimmt: "Warum getraut sich niemand mehr ein solches Geschäft zu eröffnen. Dennoch glaubt der Gewerbevereinsvorsitzende mit beständigen Werten wie gutem Service und der Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen vor Ort eine Chance zu haben, die es zu nutzen gelte. Denn das Schnäppchen im Discounter kann teuer werden: "Wer billig kauft, kauft zweimal", war der Tenor im vornehmlich mit Einzelhändlern besetzten Sitzungssaal der Volksbank Bad Saulgau in Ostrach. Der Seitenhieb richtete sich gegen den Computer- und Fernsehkauf im Discounter. Wie die großen Märkte aber letztlich auch die Einzelhandelslandschaft in Ostrach beeinflussen, machte Karl Eberhardt, der Leiter des Ostracher Lebensmittelmarktes deutlich. Auch er denkt an eine Ausweitung seiner Ladenöffnungszeiten am Samstag von jetzt 16 auf 18 oder 20 Uhr. "Sonst geht mir Umsatz verloren und das tut mir weh". Die Konkurrenz in Bad Saulgau hat diesem Schritt schon längst getan. Umsatz brauche sein Markt, der derzeit nur zu 60 Prozent ausgelastet sei... Das war "phänomenal" Schwierige Zeiten also für den Ostracher Einzelhandel in der Konkurrenz zu Fachmärkten, die Angebot mit großem Budget auch wesentlich besser vermarkten können, wie HGV-Vize Klaus Strobel es darstellte. Doch es gibt auch positive Zeichen. "Der verkaufsoffenen Sonntag war phänomenal" hieß es aus den Reihen der Zuhörer. Gern wollte man der Kundschaft dafür danken. Eine weiteres Dankeschön konnte an Ort und Stelle überbracht werden. Bei Moderatorin Sabine Essl und der UL bedankten sich die Diskussionsteilnehmer, dass sie Menschen mit verschiedenen Ideen und Visionen zum fruchtbaren Austausch an einen Tisch gebracht hatte. Quelle Schwäbische Zeitung |