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Gehalten von Sabine Essl in der Gemeinderatssitzung Montag, den 02. Februar 2009
Es gilt das gesprochene Wort.
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Schulz, liebe Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderats, liebe Ortsvorsteher, liebe Anwesende aus der Verwaltung, sehr geehrte Zuhörerinnen und Zuhörer, sehr geehrte Vertreter der Presse. Das Zahlenwerk des Haushaltes möchte ich nicht wiederholen. Wir danken an dieser Stelle Herrn Gindele, Herrn Schulz und allen Heinzelmännchen der Verwaltung im Hintergrund für die Ausarbeitung und Vorbereitung. Ein arbeitsreiches Jahr liegt hinter uns: Im Bereich der Schule wurden von der Verwaltung und dem Gemeinderat wichtige Entscheidungen getroffen. Die Schülerzahlen sind rückläufig und erforderten ein Handeln. Betroffen sind der Kindergarten Levertsweiler, die Grundschulen Magenbuch und Burgweiler. Im Haushaltsplan sind für erforderliche Umbaumassnahmen Gelder im Jahr 2010 eingestellt. Die Schulverwaltung ändert sich, in dem 2009 Magenbuch und 2013 Burgweiler Aussenstelle der Grundschule Ostrach wird. Haupt- und Realschule sollen verstärkt als „Verbundschule“ zusammenarbeiten. Die Realisierung der Wünsche aus der Verwaltung und dem Gemeinderat liegt in den Händen der Rektoren und Lehrer. Voller Erwartung wünschen wir Ihnen Kraft und Energie die gefassten Beschlüsse mit Leben zu füllen. Im kommenden Jahr liegt der Fokus auf der Ganztagesbetreuung von Klein- und Schulkindern. Als geeignete Räumlichkeiten, die nahe der Schule liegen, sollen die Rahmenbedingungen im Kindergarten St. Monika geschaffen werden. Auch hierzu wurden Gelder eingestellt. Schon vor Jahren haben wir einen Arbeitskreis im Sinne eines „runden Tisches“ aus Gemeinderäten, Lehrern, Schülern, Eltern ... angeregt, um Kräfte zu bündeln und eine gute Bildungspolitik in der Gemeinde Ostrach zu ermöglichen. Nicht nur Geld signalisiert Unterstützung sondern auch ein engagiertes Miteinander. Wir stellen den Antrag, in einer der nächsten Sitzungen diesen Punkt als Tagesordnungspunkt zu terminieren.
Im Zusammenhang mit dem Naturschutzgroßprojekt „Wiedervernässung Pfrunger-Burgweiler-Ried“ wurde die „Laubbacher Brücke“ eingeweiht. Die Dorfgemeinschaft hat ein großartiges Fest organisiert und wird mit den Einnahmen die Sanierung der Laubbacher Kirche unterstützen. Ich möchte dies nur beispielhaft und dankend für das grosse Engagement in den Teilorten erwähnen. Auch kostenmässig wird damit die Gemeinde Ostrach entlastet. Der erstmals organisierte „Riedtag“ war ein voller Erfolg. Viele Bürger waren unterwegs, um sich über die Veränderungen im Ried zu informieren. Ein großes Anliegen ist uns die Weiterentwicklung der Gemeinde im Bereich Tourismus. Die Übernachtungszahlen steigen kontinuierlich an. Zur Tourismusförderung könnten wir uns beispielsweise die Errichtung eines Aussichtturmes im Bereich am Riedrand vorstellen. Unserer Ansicht nach, ist es wichtig und dringend, dass sich die Gemeinde Ostrach im Bereich Pfrunger-Burgweiler-Ried engagiert. Wir bitten die Verwaltung zu überprüfen, welche Möglichkeiten einer Förderung im Rahmen des Tourismusinfrastrukturprogrammes möglich wären und in einer der nächsten Sitzungen die Thematik auf die Tagesordnung zu setzen.
Den Zuschuss für die Sanierung des Kloster Habsthal von 20.000 € in 2009 und 30.000 € in 2010 für den ersten Bauabschnitt befürworten wir. Im Bereich des Einzelhandels sind wir nach wie vor bestrebt den Ortskern um das Dienstleistungszentrum zu stützen. Bereits 2005 wurden im Haushaltsplan Gelder für einen „Ortsprospekt“ eingestellt. Wir wollen damit das örtliche Handwerk, die Gastronomie, den Einzelhandel stärken, neu zugezogene Bürger und Touristen sollen sich besser in der Gemeinde zurechtfinden. Gerade auch für die Ansiedelung neuer Gewerbebetriebe ist eine gute Internetpräsenz der Gemeinde zwingend erforderlich. Wir stellen den Antrag, die Überarbeitung der Internetpräsenz und die Erstellung des Prospektes in diesem Jahr zu realisieren. Zur DSL-Breitbandförderung wurden in diesem Haushalt 700.000 € eingestellt. Ein Zuschuss wurde bereits zugesagt. Wir begrüßen die Entwicklung und favorisieren die kabelgebundene Variante. Ein kurzer Ausblick auf Investitionen, die nicht sichtbar sind: 2009 und 2010 wird im Bereich Wasser und Abwasser in den Anschluss Kalkreute investiert. Das bedeutet, dass insgesamt nach Abzug aller Zuschüsse ca. 1,8 Millionen € Kosten von der Gemeinde zu tragen sind. Hier wird viel Geld sinnvoll „verbuddelt“, von dem der Bürger aber keine Verbesserung verspürt. Als weitere dringende und wichtige Investition sehen wir die Maßnahmen zum Hochwasserschutz Waldbeuren. Seit dem Unwetter vor 7 Jahren wird über einen sinnvollen Hochwasserschutz diskutiert. Erst vor 10 Tagen hatten wir mit dem einsetzenden Regen auf gefrorenen Boden wieder einen Brennpunkt in Waldbeuren. Die Feuerwehr war beschäftigt, eine Eskalation zu verhindern. Wir begrüssen die Einstellung von Haushaltsmitteln und bitten die Verwaltung die vorgesehenen Lösungsansätze dringend und rasch zu realisieren.
In unserer Gemeinderatssitzung im November wurde dem Gemeinderat die Erstellung eines Ökokontos erläutert. Einige Projekte befinden sich in der Realisierung, andere werden in den kommenden Monaten folgen. Im letzten Haushaltsplan waren hierzu 50.000 € eingestellt. Abgerufen wurden nur 5.000 €. Wir stellen den Antrag im Investitionsplan 2009 25.000 € zur Fortführung des Ökokontos einzusetzen.
Im Bereich der öffentlichen Gebäude bitten wir zu überprüfen, inwieweit eine verbesserte Energiebilanz erreicht werden kann. Der Gemeinde Illmensee ist es gelungen 5000 € an jährlichen Kosten auf diesem Wege einzusparen. Wir erhoffen uns daraus auch die Ankurbelung des heimischen Handwerks. Großes Schlagwort ist der Klimaschutz. Unserer Ansicht nach haben wir in diesem Bereich noch ein großes Potential, das wir mit Leben füllen können. Die Freiherr-v.-Steinschule wurde mittlerweile abgerissen und ein grosser Platz ist entstanden. Die Platzgestaltung wird den Gemeinderat in den nächsten Monaten beschäftigen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit der Verwaltung. Seit einigen Jahren sprechen wir immer wieder die Möglichkeit an, Studenten bei Ideenwettbewerben zu beteiligen. Wir bitten nochmals die Verwaltung diese Möglichkeit zu überprüfen und den Gemeinderat in einer der nächsten Sitzungen darüber zu informieren.
Für alle Institutionen, die in der Freiherr-v.-Steinschule untergebracht waren, haben sich Alternativen gefunden. Nur die Jugendlichen haben ihr Jugendhaus aufgeben müssen. Im Moment ist die Verwaltung auf der Suche nach geeigneten Räumen, um den Jugendlichen dort die Möglichkeit zu geben, sich zu engagieren. Wir möchten zum Einen ein Signal setzen und ausserdem die Möglichkeit schaffen kurzfristig reagieren zu können und stellen deshalb den Antrag statt erst 2010 150.000 € in den Investitionsplan für 2009 die Summe von 50.000 € und 2010 100.000 € für das Jugendhaus einzusetzen.
Seit einigen Monaten bitten wir darum, die Bestuhlung in der Aussegnungshalle auszutauschen. Wir stellen den Antrag 20.000 € für die Anschaffung wetterfester Stühle für die Aussegnungshalle in den Investitionsplan einzusetzen.
In den nächsten Monaten wird der Gemeinderat erneut über den Flächennutzungsplan beraten. Bei den Planungen werden Rahmenbedingungen für die zukünftige Entwicklung Ostrachs geschaffen. Wir als Gemeinderäte und die Verwaltung müssen an die Bürger appellieren - und auch Möglichkeiten schaffen -, dass sie sich in die Diskussion einbringen können. Das Dorffest hat erstmals in einem anderen Rahmen stattgefunden. Das Kostendefizit hat sich im Vergleich zu den letzten Dorffesten reduziert. Es ist eine gute Ausgangslage für die nächsten Jahre geschaffen worden und Vereine und Bürger sind gefordert, sich mit neuen Ideen und Konzepten einzubringen. In diesem Zusammenhang auch ein großes Dankeschön an Frau Döring, das Organisationsteam und alle aktiven Helfer. Trotz verbesserter Nahverkehrsbedingungen im Landkreis Sigmaringen durch die Kooperation mit den Verkehrsverbänden Bodenseekreis und Alb-Donau, hat sich die Anbindung nach Ostrach nicht verbessert. Wir sehen es als eine wichtige Aufgabe, zusätzliche Angebote auf den Weg zu bringen. Nicht versäumen möchten wir es an Herrn Barth und Herrn Krautter zu denken. Für die Zusammenarbeit mit der Verwaltung und Herrn Bürgermeister Schulz möchten sich die Gemeinderatsmitglieder der Unabhängigen Liste auf diesem Weg herzlich bedanken. Der Gemeinderat hat ein arbeitsreiches Jahr mit schwierigen Entscheidungen hinter sich. Wir freuen uns auf das kommende Jahr und werden die Aufgaben, die auf uns zukommen wie gewohnt konstruktiv und kritisch unterstützen und begleiten. Wir wünschen uns fraktionsübergreifend eine gute und offene Zusammenarbeit. |